Digitale Kulturhauptstadt – Gesellschaftlicher Antriebsstoff ?! Antworten von Prof. Dr. Oliver Scheytt

Mein dritter Eintrag in unserem Blog… so langsam wird es Zeit, nicht nur meine eigene Meinung zu verkünden oder die Ansichten anderer zusammenzufassen, sondern ebenso für den Kongress relevante Personen direkt zu Wort kommen zu lassen. So wand ich mich an Prof. Dr. Oliver Scheytt, der nicht nur der Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft ist, sondern ebenso, neben Fritz Pleitgen, Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH war. Dort hatte er die Kulturhauptstadt 2010 Essen für das Ruhrgebiet organisiert, vermarktet, durchgeführt und ausgewertet.

Zunächst wollte ich von dem Präsidenten der KuPoGe wissen, wie die Kongress-Idee entstanden ist?

Sie sei im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft diskutiert worden, so Oliver Scheytt. Hier wurde festgelegt, dass die Thematik „Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft“ aufgegriffen werden muss, da das Internet und die digitalen Medien sowohl die Wahrnehmung als auch die Produktion von Kunst und Kultur verändern und bestimmen würden.

Ein besonders spannendes Programm der Kulturhauptstadt in dem kongressrelevanten Bereich ist wohl das 2010LAB, ein Blog-Forum mit integriertem Web-TV, dem RUHR.2010TV,  das sich als „europäisches Portal für die Kultur- und Kreativwirtschaft“ versteht. Auch Autoren aus 20 anderen europäischen Hauptstädten, u.a. Istanbul, sind auf dieser Plattform dabei, den „Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft“ in Metropolen aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, in wie weit Medienkunst als gesellschaftlicher Antriebsstoff gewertet werden kann und zur aktiven Teilhabe sowie Teilnahme an Kunst und Kultur anregt. Dabei ruht das LAB auf drei Säulen. Es stellt Kulturakteure, die die „Macher des Wandels sind“, vor, dokumentiert und fördert kulturelle Stadtentwicklungen und überprüft Strategien in der Kreativwirtschaft auf die Realisierbarkeit der Projekte. Bei allem wird nach einem zeitgemäßen Kulturbegriff gesucht.

Von Herrn Scheytt wollte ich wissen, welche kulturpolitische Notwendigkeit er in der Einrichtung des 2010LAB sah und welche  Relevanz diesem über das Jahr 2010 hinaus inhärent ist?

Das 2010LAB thematisiere ebenfalls die Produktions- und Nutzungsveränderungen von Kunst und Kultur, so der Politiker. Im Jahr der Kulturhauptstadt half diese Internetplattform dem Dialog mit und unter den europäischen Metropolen. Nicht nur die Autoren seien dabei international, auch die Leserschaft. Etwa ein Fünftel der Nutzer des LAB kämen aus den USA. Der Wandel des Ruhrgebiets zur Kulturmetropole werde somit von Metropolen aus der ganzen Welt verfolgt.

2011 sei das 2010LAB  kulturpolitisch nach wie vor von großer Bedeutung, helfe es doch den Aufbau der Kreativwirtschaft weiter zu fördern. Über die Plattform blieben kreative  Macher und Kulturprojekte im Gespräch. Ihre Vorhaben werden einem breiten Publikum bewusst gemacht. Auch Partner und Auftraggeber können so auf Unternehmen und Kreative aufmerksam werden und Aufträge vergeben. Das RUHR.2010TV sei zudem ein bisher nicht dagewesenes Format, welches Informationen z.B. über das Ruhrgebiet als Kulturregion, auf neue Art vermittelt. Die Zuversicht Scheytts ist, dass durch das filmische Format viel mehr Menschen erreicht werden können.

Hoffentlich  hat er Recht. Denn laut der KuPoGe ist Kulturpolitik Gesellschaftspolitik. Und da kann man nicht genug Menschen erreichen!!!

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