Bloggen für alle

Ich dachte immer bloggen wäre einfach.  Jeder macht es.  Alle können es, denn you see, what you get. Doch irgendwie dröppeln meine Worte gerade nur sehr langsam auf das virtuelle Papier.

Was sind die Anforderungen, um sich in so einem breiten Angebot, wie dem des World Wide Web durchzusetzen oder die Aufmerksamkeit einer möglichst breiten Masse zu erlangen? Wie man merkt, ist mir das Ganze recht fremd. Die Faszination fürs Internet hat mich noch nicht gepackt. Nützlich finde ich es schon, aber mir ist ein Buch oder ein Gesellschaftsspiel mit meiner WG lieber. Ich will so wenig meiner Daten wie möglich gespeichert auf einem Server wissen, um nur ein Schreckgespenst zu nennen. Oft nervt mich auch dieses ganze Facebook-Geposte. So viele Menschen schütten einen mit so vielen irrelevanten Informationen zu. Aber zu behaupten, dass niemand etwas zu sagen hätte, wäre falsch. Im Gegenteil. Natürlich finde ich es auch toll, mit Freunden aus Mazedonien und Marokko gleichzeitig chatten zu können. Aber ich bilde mir auch viel darauf ein, dass ich sie zuerst “in Echt” kennen gelernt habe und sich unser Gespräch jetzt ins Internet verlagert hat. Doch wie toll wäre es, wenn es anders herum gelaufen wäre? Weg mit dem Klischee von den Computernerds, die nur noch virtuelle Freunde haben! Netzwerken bekommt eine spannende neue Dimension! Ganze Revolutionen organisieren sich über das Internet. Als nach der Wahl 2009 alle Journalisten aus dem Iran ausgewiesen wurden, hielt YouTube Einzug in die Tagesschau. (Zu dem Thema unbedingt den Film ‘The Green Wave‘ anschauen!) Die Frage ist also eher, wie man sich im Internet orientieren sollte? Wohin gehe ich, um an die richtigen Informationen zu gelangen und Leute mit gleichen Interessen zu treffen anstatt von Daten(müll) erschlagen zu werden?

Die Demokratisierung von Daten, also Informationen: ist es nicht auch das, was vielen Angst macht? Weil jeder mitwirken kann. Weil es keine Autorität mehr gibt, die kontrolliert und kontrollieren kann, was richtig ist. Weil man sein Wissen jetzt teilt und damit ein Stück Macht aufgibt. Das Internet prägt die Gesellschaft. Die Gesellschaft prägt das Internet. Amateure dringen in die Ordnung der Dinge ein und können ihre Nachricht hinterlassen.

“Dass die Kunst verblödet, wie unsere Gesellschaft, weil Künstler nur Beobachter unserer Zeit sind.” Teilen wir diese Vision mit dem Kunstsammler Harald Falckenberg? Vielleicht denkt Herr Falckenberg an die Begeisterung vieler für popkulturelle Phänomene. Und vielleicht ist es nun an der Zeit, die Mauern zwischen Pop- und Hochkultur einzureißen. Also, von welcher Kultur sprechen wir überhaupt? Was erwarten wir von der Zukunft? Seit gut 30 Jahren verlangt man “Kultur für alle”. Es ist genug Space für alle da – wie weit ist der Sprung also noch? Partizipation und Interaktivität könnten ein neues Zuhause gefunden haben.

Ich habe meinen ersten Blogeintrag so gut wie beendet. Welchen Weg müssen unsere Kulturinstitutionen gehen, um den Weg ins Internet zu finden, um sich inspirieren zu lassen (was sicher auch schon einige tun) oder um ihre eigene Revolution zu starten?

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